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    Prediger: Pfr. M. Wanner
 

  Auslegung zu Joh. 1,14-16 vom 25.12.2013
  Joh. 1,14-16:
„Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes gibt Zeugnis von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich. Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“
 

  "Wir sahen seine Herrlichkeit" (Christfest)
  Liebe Gemeinde,

Im Kontakt mit Gott hatte Mose einen sehnlichen Wunsch. Er bittet Gott: „Lass mich deine Herrlichkeit sehen“ (2. Mo. 33,18). „Ich möchte so gerne etwas sehen von dir, von deiner Macht, von deiner Größe und von dem Glanz deiner Herrlichkeit. Lass mich deine Herrlichkeit sehen.“ Und tatsächlich wird Mose dieser Wunsch erfüllt. Gott selbst kann Mose nicht sehen. Mose muss sich in eine Felsspalte stellen. Gott hält schützend seine Hand über ihn, als er vorübergeht. Aber dann darf Mose Gott hinterher sehen und entdeckt staunend die Herrlichkeit seiner großen Gnade und Treue.

„Lass mich deine Herrlichkeit sehen.“ Das ist nicht nur der Wunsch Moses, sondern zutiefst auch der Wunsch eines jeden Menschen. Wir tragen ein tiefes Verlangen nach Herrlichkeit; nach Klarheit, Reinheit und Vollkommenheit in uns

Und diese Sehnsucht verbinden wir gerade auch mit Weihnachten. An Weihnachten soll etwas aufleuchten von der Herrlichkeit nach der wir uns sehnen.

Der Glanz der vielen Lichter ist uns wichtig. Durch die Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen, an den Häusern und auf den Weihnachtsmärkten wird die dunkelste Zeit im Jahr erhellt.

Und wir denken gerne zurück an die Kindertage und die Herrlichkeit des Weihnachtszimmers. Die Spannung, wenn das Weihnachtszimmer schon vorbereitet war, aber keiner hinein durfte. Der Blick durch’s Schlüsselloch, um etwas zu erahnen und zu entdecken. Dann der Moment an dem die Tür aufging. Der Weihnachtsbaum mit den brennenden Kerzen, die Musik im Hintergrund, der Duft und natürlich die Geschenke. Eine Ahnung von Herrlichkeit wurde wach.

„Lass mich deine Herrlichkeit sehen“, ist zutiefst der Wunsch unseres Herzens. Und über 1400 Jahre nach Mose kann Johannes sagen. „Wir sahen seine Herrlichkeit!“ Schaut her. Wir zeigen sie euch. Wir zeigen euch, wo sie zu sehen ist. Seht, da ist sie:

Wir sahen seine Herrlichkeit im Wort
Wir sahen seine Herrlichkeit im Fleisch
Wir sahen seine Herrlichkeit in der Fülle

Wir sahen seine Herrlichkeit im Wort

„Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit.“

Jesus wohnte am Anfang außerhalb unserer Welt jenseits von Raum und Zeit. Er lebte als „eingeborener Sohn Gottes“ bei seinem himmlischen Vater. Er lebte in Gottes Herrlichkeit, in einer Welt voller Reinheit, Vollkommenheit und Lobgesang. Johannes nennt den Sohn Gottes „Wort“: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“ (Joh. 1,1).

Aber dann kam Jesus, das Wort auf die Welt. Das ist das, was wir heute am Christfest feiern. Die Herrlichkeit von Jesus wurde sichtbar durch sein Wort, durch das was er sagte. Wenn Jesus predigte, predigte er in Vollmacht. Seine Worte öffneten den Horizont für den, der hinter seinen Worten stand, für seinen Vater im Himmel, für den lebendigen Gott. Wie oft sprach Jesus Worte der Vollmacht und die Herrlichkeit Gottes wurde sichtbar. Lahme konnten wieder gehen, Blinde konnten wieder sehen, Gebundene wurden frei und Tote kamen ins Leben zurück. Einmal, als Jesus einen Besessenen von der Macht Satans befreite hören wir von der Reaktion derer, die als Augenzeugen dabei waren: „Sie entsetzten sich alle über die Herrlichkeit Gottes“ (Lk. 9,43).

Bis heute ist das Wort der Ort, wo wir die Herrlichkeit des Sohnes Gottes sehen können. In der Predigt oder beim Bibellesen leuchtet seine Herrlichkeit auf. Wir bekommen Lichtblicke der Herrlichkeit von Jesus. Das Wort wird lebendig. Wir hören seine Stimme. Er selbst spricht zu uns durch seinen Geist.

Überlegen Sie, was Worte bewirken können. Ein einziger Satz, der Satz: „Ich liebe dich!“ kann eine ganze Welt voller Herrlichkeit mit sich bringen, kann das Leben verändern und in eine völlig andere Richtung lenken. Wenn Jesus spricht, kann das eine ganze Welt voller Herrlichkeit mit sich bringen und mein Leben völlig verändern.

Typisch für die Herrlichkeit, die aufblitzt, wenn wir uns mit seinem Wort beschäftigen, ist die Reaktion der Jünger von Emmaus. Nach der Auferstehung sind sie Jesus begegnet. Er begleitete sie ohne dass sie ihn erkannten. Dann legte er ihnen auf dem ganzen Weg nach Emmaus die Heilige Schrift aus. Gespannt hörten sie ihm zu. Und im Nachhinein stellten sie fest: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete“ (Lk. 24,32)?

Haben Sie das nicht auch selbst schon so oft erlebt und werden mir zustimmen. Jawohl: „Wir sahen seine Herrlichkeit im Wort“.

Wir sahen seine Herrlichkeit im Fleisch

„Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit.“

Was für ein Umzug, was für ein Wohnungswechsel! Von der himmlischen Herrlichkeit wechselt Jesus in die irdische Welt. Aus dem Stand der Allmacht wechselt er in den Zustand der Ohnmacht. Er verlässt sein Leben in der Freiheit des Geistes und kommt hinein in die Begrenzung des Fleisches: „Das Wort wurde Fleisch“

Die neue Wohnung ist eine erbärmliche Hütte. Begrenzt auf Raum und Zeit. Ein bestimmter Ort in Israel. Am Anfang steht Futtertrog für das Vieh. Dann die Dörfer Galiläas. Am Ende steht eine Hinrichtungsstätte draußen vor der Stadt.

Wenn hier stehen würde: „Das Wort wurde Mensch“, könnten wir das vielleicht noch einordnen. Aber Johannes sagt: „Das Wort wurde Fleisch.“ Er verwendet den Begriff „sarx“. Dieser Begriff meint das Leben des Menschen in seiner Hinfälligkeit und Nichtigkeit. „Fleisch“ beschreibt den Menschen in seiner Ichhaftigkeit und Gottlosigkeit. Wer fleischlich orientiert ist, bestimmt sein Leben selbst und fragt nicht danach, was Gott will. Das Leben im Fleisch ist gekennzeichnet von Schwachheit, Krankheit und Tod, von Anfechtungen und Versuchungen.

„Wir sahen seine Herrlichkeit“, schreibt Johannes im Blick auf das Leben von Jesus. Aber wo war sie denn zu nun sehen, die Herrlichkeit Gottes? Sicherlich auf dem Berg der Verklärung, als Jesus sich in eine helle lichtglänzende Gestalt verwandelte und seine Jünger einen Eindruck davon bekamen, wie er aussah, als er sich noch in der Herrlichkeit seines Vaters befand. Die Jünger waren Augenzeugen von Wundern, die Jesus tat. Sie sahen darin seine Herrlichkeit.

Aber da war doch auch das andere. Nur wenige Blinde wurden sehend. Nur wenige Aussätzige wurden geheilt. Nur einzelne Tote wurden auferweckt. Auch das Leben von Jesus war gekennzeichnet von Hunger, Durst, Müdigkeit, von Angst und Verzweiflung, von Anfechtungen und Versuchungen.

Ich suchte nach Bibelstellen, wo Jesus von seiner eigenen Herrlichkeit und Verherrlichung spricht. Und ich fand folgende Stelle, wo Jesus seinen Vater bittet: „Vater, verherrliche deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und will ihn abermals verherrlichen“ (Joh. 12,28). Und wissen Sie, wovon Jesus in diesem Zusammenhang spricht? Er spricht von seinem Tod. Er spricht von seinem Sterben am Kreuz.

Das Kreuz ist der Ort, an dem die Herrlichkeit von Jesus am deutlichsten sichtbar wird. Am Kreuz ist sie zu sehen, die „Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes voller Gnade und Wahrheit.“

Am Kreuz zeigt sich die Wahrheit, dass alle Menschen verloren sind und für ihr Leben den Zorn Gottes verdienen. Gott macht diese Wahrheit deutlich, indem er seinen Sohn stellvertretend für die Sünden der Menschen bestraft. Am Kreuz zeigt sich aber auch die Gnade. Wer sich an Jesus den Gekreuzigten wendet und in Anspruch nimmt, was er getan hat, empfängt Gnade. Der Verbrecher, der neben Jesus gekreuzigt wurde, war der Erste, der auf diese Art Gnade empfing. Jesus sagte zu ihm: „Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Verstehen wir jetzt besser, wo die Herrlichkeit im Fleisch zu sehen ist? Wenn wir an Herrlichkeit denken, erwarten wir, dass Großes geschieht. Wir denken an Wunder, an Heilungen, an Erweckungen, an Glaubensschritte und Fortschritte, an Veränderungen der Verhältnisse.

In unserer Familie war es einige Zeit bei den Kindern Mode, Geschenke in Zeitungspapier einzupacken. Da waren die schönsten und originellsten Geschenke in die Nachrichten der Tageszeitungen eingewickelt. So ähnlich ist das bei Jesus. Die Herrlichkeit von Jesus ist in unserer Zeit eingepackt in das, was die Bibel Fleisch nennt. Sie zeigt sich in verborgener Weise.

Paulus ist dafür das beste Beispiel dafür. Alles sah so gut aus. Klare Führung Gottes. Eine Vision, der Ruf nach Europa. Anzeichen der Herrlichkeit Gottes. Aber dann diese schwierige Gemeinde Korinth. Paulus musste seinen Aufenthalt dort vorzeitig abbrechen. Er wurde regelrecht hinausgeworfen. Dann spricht er in seinem zweiten Brief an die Korinther davon, dass er einen weiteren Brief unter Tränen schreiben musste. Äußerlich war wenig von der Herrlichkeit Gottes zu sehen.

Aber die Herrlichkeit im Fleisch, wie er sie dennoch erlebt, beschreibt er so: „Immer erweisen wir uns als Diener Gottes… als die Unbekannten und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten und doch nicht getötet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts haben und doch alles haben“ (2. Kor. 6,9f).

Diesen Weg, den der Vater dem Sohn zumutete, mutet er auch uns zu. Er mutet uns zu, in dieser eigenartigen Verhülltheit zu leben. Wir hätten ihn doch lieber viel handgreiflicher unter uns.

Wie hätten gerne viele Manifestationen seiner Macht. Wir würden so gerne als geistliche Supermänner und Superfrauen alle Schwierigkeiten überfliegen. Aber es wird uns zugemutet, dass wir Jesus und seine Herrlichkeit in Verpackung zu sehen bekommen. Das begann schon mit diesem Kind, in einer Futterkrippe liegen und in Windeln eingewickelt. Und jeder weiß doch, was Windeln zu bedeuten haben.

Gott mutet es uns zu, dass wir die Herrlichkeit von Jesus erfahren in dieser „niederen Hülle“. In dieser komischen, belastenden, ärgerlichen und segensreichen Hülle zugleich. Er offenbart sich in und durch diese Hülle hindurch.

Und dann erleben wir sie, die Herrlichkeit Gottes im Fleisch. Wir stehen an einem Krankenbett, ringen um die rechten Worte und gehen am Ende selbst als die Beschenkten wieder hinaus. Wir stehen an einem offenen Grab. Die Tränen laufen. Aber wir sehen deutlich: „Er ist jetzt beim Herrn. Er ist in der Herrlichkeit, er ist am Ziel“ und sind getröstet. Wir stehen vor einem unlösbaren Problem. Wir sehen keine Lösung. Aber eine merkwürdige innere Ruhe und Gelassenheit wird uns geschenkt. Wir können alle Fragen abgeben und zuversichtlich nach vorne schauen.

Vor kurzem ist ein Buch erschienen über das Leben von Lydia Holmer, genannt Puschel, die 2012 mit 28 Jahren einem Krebsleiden erlag. In diesem Buch sind die Tagebuchaufzeichnungen von Lydia enthalten. Es ist unglaublich, wie die Herrlichkeit von Jesus „im Fleisch“ für viele Menschen durch das Leben von Lydia hindurchleuchtete.

Sie schreibt zum Beispiel: „Mein Jesus, du hast es zugelassen. Viele haben dich um das Gegenteil gebeten. Aber du hast es trotzdem anders kommen lassen. Noch weiß ich nicht, warum, und ich werde es vielleicht nie erfahren. Ich habe auch kein Recht dazu. Trotz der Nachricht gestern von der Klinik, dass wieder Tumorzellen gefunden wurden, bin ich unbeschreiblich ruhig in meinem Herzen. Es ist, als wenn ich bei Sonnenuntergang am See sitze und keine einzige Welle gegen die Bootes schlägt. Das ist der Friede, den du mir versprochen hast – einfach als Geschenk, ohne Verdienst – danke!“

In der Art, wie Wuschel den schweren Weg ihrer Krankheit ging und wie sie mit vielen Menschen noch ermutigte, wurde die Herrlichkeit von Jesus sichtbar. So schrieb zum Beispiel ihre Cousine über Lydia: „Es ist so viel kaputt, du bist oft erschöpft immer und immer wieder erlebst du das, doch du betest, du bist voller Hoffnung, du strahlst immer wieder diese Freude aus.

Du sagst, es sei okay, wenn du gehen musst, aber du würdest auch gerne hier bleiben. Es ist schwer auszudrücken, wie sehr du mich beeindruckst. Du wirst im Himmel einmal überrascht sein, wie viele Menschen du tief berührt hast. Der Friede, über den du sprichst, ich spüre ihn, dieser Friede kann nur direkt vom Himmel sein.“

„Und das Wort wurde Fleisch und zeltete unter uns.“ Johannes denkt an die Stiftshütte. Damals wohnte Gott mitten unter den Israeliten. Sie zelteten um ihn herum. Er war ihr Zentrum. Er war da. Er war mitten unter ihnen. So ist es mit Jesus. Wenn wir uns als Gemeinde versammeln, ist er mit seiner Herrlichkeit in unserer Mitte und segnet uns.

Es kommt die Zeit, in der er in ganz anderer neuen Weise seine Herrlichkeit zeigt. Nicht mehr verhüllt, nicht mehr verborgen. Nicht mehr in der Schwachheit, nicht mehr in den Niederlagen und nicht mehr in der Unvollkommenheit. Im himmlischen Jerusalem, in der neuen Welt werden alle Erlösten im Lichtglanz seiner Herrlichkeit leben. Derselbe Johannes, der die Herrlichkeit Gottes im Fleisch gesehen hat, sieht auch das andere in einer gewaltigen Vision: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein“ (Offb. 21,3).

Wir sahen seine Herrlichkeit im Wort
Wir sahen seine Herrlichkeit im Fleisch

Wir sahen seine Herrlichkeit in seiner Fülle

„Und von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.“

Jesus muss erkannt werden. Er muss gesehen werden. Nicht nur optisch, sondern mit dem Herzen. Eindrücklich ist das dargestellt in dem Bericht von der Heilung des Blindgeborenen. Da wird bekommt einer sein Augenlicht zurück. Aber zugleich erkennt er mehr und mehr, wer Jesus ist. Ein Mensch, der Jesus heißt, ein Prophet, er ist von Gott. Schließlich vertraut er ihm, betet ihn an und beginnt zu glauben. Die Pharisäer und Schriftgelehrten dagegen, die eigentlich sehend sind, werden zu Blinden, weil sie nicht erkennen, wer Jesus in Wirklichkeit ist.

In Johannes 1 werden diese beiden Gegensätze gegenüber gestellt. Einmal: „Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (V. 14). Aber auch: „Das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat’s nicht ergriffen“ (V. 5). „Die Welt ist durch ihn gemacht, aber die Welt erkannte ihn nicht“ (V.10). „Er kam in seine Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (11).

Wer Jesus entdeckt hat, erfährt, dass er nicht nur in dieser Welt seinen Wohnsitz hat, sondern das eigene Herz zu seinem Tempel macht. Er hat versprochen: „Mein Vater und ich, werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen“ (Joh. 14,23).

Walter Lüthi hat dazu einmal gesagt: „Jesus kommt mitten hinein ins Erdige“. Er kommt zu mir mit meinen vielen Mangelerscheinungen. Er kommt hinein in meinen Trott, in dem ich mich befinde. Er kommt hinein in meine erfolglosen Bemühungen, es anders zu machen, hinein in die Verirrungen meines Denkens, hinein in meine Bitterkeit, die immer wieder in mir hochkommt. Er steigt ein im mein schief liegendes Lebensboot.

Eine Fülle von Lebensmöglichkeiten tun sich dann auf, wenn er kommt. Wie gestern Abend in vielen Familien türmen sich die Geschenkpakete unter dem Weihnachtsbaum, wo Jesus ist. Menschen, die mit Jesus leben geben zu verstehen: „Aus seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade.“

Immer wieder gehe ich an seinen Gabentisch und nehme. Ich nehme die Liebe, die ich brauche. Ich hole mir die Freude, die mir fehlt. Ich lasse mich beschenken mit der Geduld, die bei mir Mangelware ist. Ich bekomme die Hoffnung zu fassen, die mir verloren gegangen ist.

Zuerst bildet sich nur ein schwacher Trampelpfad zu Jesus hin. Aber ich gehe immer wieder zu ihm. Ich komme immer häufiger. Aus dem Trampelpfad werden ein Weg, eine Straße und schließlich eine Autobahn. Ich kann ohne diese Gnade nicht mehr leben. Wir sehen seine Herrlichkeit in seiner Fülle von Lebensmöglichkeiten, die er bietet.

Zu Weihnachten bekam ich einmal in wunderschönes kleines Häuschen, in das man eine Kerze stellen kann und durch dessen Fenster es dann warm hinaus scheint. Dieses Geschenk war verbunden mit dem Wunsch, dass unser Leben und unsere Familie weiterhin dieses Licht von Jesus und seine Wärme ausstrahlen sollen. Wenn Jesus in uns lebt und wir uns von ihm abhängig machen, werden wir von seiner Fülle auch an andere etwas ausstrahlen und weitergeben können.

Ich denke zurück an meine Kindheit. In unserem Garten stand damals eine Baracke, die wir Italienerhäuschen nannten. Damals kamen die ersten Gastarbeiter nach Deutschland. Es waren überwiegend Italiener. So wohnte in dieser Baracke in einfachen Verhältnissen ein Italiener. Er verbrachte Weihnachten ganz allein. Das tat uns Kindern leid. Wir besorgten ein kleines Weihnachtsbäumchen, stellten es bei ihm auf und beschenkten ihn mit kleinen Geschenken. Er freute sich riesig. In seine einfache Stube kam für einige Zeit ein wenig Herrlichkeit

Durch uns kommt die Herrlichkeit des Herrn in diese Welt. Sicherlich ganz verdeckt und mit gebrochenem Licht, aber dennoch. Wir dürfen weitergeben, was wir aus seiner Fülle genommen haben.

Wir sahen seine Herrlichkeit im Wort
Wir sahen seine Herrlichkeit im Fleisch
Wir sahen seine Herrlichkeit in seiner Fülle

Zum Schluss. Ich habe bei der Vorbereitung auf diese Predigt einen Schwur Gottes entdeckt.

Gott vergib dem Volk Israel ihre Sünden. Und damit Mose sicher weiß, dass es so ist, schwört Gott. Er schwört bei seinem Leben und bei seinem Ziel das er verfolgt und sagt: „So wahr ich lebe und alle Welt der Herrlichkeit des HERRN voll werden soll“ (4. Mo. 14,21).

Es ist gewiss. Bei Gott. Wir sahen seine Herrlichkeit. Und wir werden sie immer neu und immer mehr zu sehen bekommen. Am Ende wird mein Leben und alle Welt voll werden mit der Herrlichkeit des Herrn, die sich in Jesus offenbart. Amen
 

  Author: Wanner, Michael eingegeben am: 03.01.2014 10:54 Uhr
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