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    Prediger: Pfr. M. Wanner
 

  Auslegung zu Joh. 8,12 vom 26.12.2013
  Joh. 8,12: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
 

  Das Licht der Welt (2. Weihnachtstag) Weihnachten in aller Welt - Grönland)
  Weihnachten in Grönland:

In Grönland gibt es perfekte Bedingungen, um das Weihnachtsfest zu begehen. Perfekten Bedingungen um das Fest zu begehen. Es ist wahnsinnig kalt, was aber gleichzeitig bedeutet, dass der Schnee sehr einfach liegen bleibt und nicht gleich schmelzt. Die Nähe zum Nordpol lässt es auch öfters als im normalen Durchschnitt schneien. So gut wie die meiste Zeit im Jahr sind die Gebiete deshalb mit einer weißen Schicht bedeckt und glitzern in schöner weihnachtlicher Stimmung.

Aber nicht nur der Schnee ist es, der uns träumen lässt. Die Rentiere, die den Schlitten des Weihnachtsmannes ziehen und an die Vorstellung des Weihnachtsmanns kommen ebenfalls aus dem Hohen Norden.

Statt rot und weiß ist die Farbe, die eindeutig dominiert weiß. Nicht nur die Landschaft erstrahlt in diesem Farbton auch die Nationaltracht der Männer ist ein ganz weißer Anorak. Diesen führen sie jedes Jahr aufs Neue zu Weihnachten vor.

Man darf schließlich auch nicht vergessen, dass im Winter so gut wie kein Sonnenlicht zu sehen ist. Denn die goldene Regel lautet: Im Sommer fast nie dunkel, dafür im Winter fast nie hell. Was viele Bewohner leicht depressiv werden lässt, gibt für Außenstehende der Weihnachtsdekoration die richtige Atmosphäre. Denn alles was leuchtet und glänzt, erscheint gleich doppelt so hell.

In allen Fenstern, egal ob von privaten Häusern oder öffentlichen Gebäuden, hängen die besonderen Herrnhuter Sterne, die durch deutsche Missionare der Herrnhuter Brüdergemeine eingeführt wurden. Sie bilden ein wahres Lichtermeer.

Zum grönländischen Weihnachtsbrauch gehört es, dass Kinder – und insbesondere in den Siedlungen auch Jugendliche – in ihren Orten von Haus zu Haus ziehen und singen. Dafür werden sie von den Bewohnern großzügig mit Weihnachtsgebäck belohnt.

In Schulen und Freizeitheimen ist die Lucia-Prozession am 13. Dezember ein großes Ereignis. Kinder tragen Kränze auf dem Kopf, Kerzen in der Hand und singen Lieder von der heiligen Lucia. Oft ist am Weihnachtshimmel über der Insel auch ein leuchtendes Nordlicht zu sehen – Weihnachten ist in Grönland also in jeder Hinsicht ein Lichterfest.

Auch die Weihnachtsbäume erstrahlen. Sie sind meist aus Dänemark importiert, da im eigenen Land so gut wie keine Bäume wachsen und die Landschaft nur sehr spärlich bewachsen ist. Die alten Generationen, die das nötige Kleingeld für den teuren Import noch nicht hatten, behalfen sich mit Holz und Heidekraut.

Man hängt keine Kugeln oder Sterne auf den Baum, sondern Stiefel aus Robbenfell. Heiligabend wird am 24. Dezember mit einem Tanz um den Weihnachtsbaum gefeiert, die Geschenke bekommen manche Kinder aber schon am Morgen.

Weihnachten ist für viele aber erst vollkommen, wenn sie an einem Weihnachtsgottesdienst teilgenommen haben und der obligatorische Psalm „Guuterput" (Unser Gott) erklungen ist. Dabei bleibt meist kein Auge trocken. Die Kirchen sind in allen Städten und Siedlungen über die Weihnachtstage brechend voll und die Predigten werden sowohl auf Grönländisch als auch auf Dänisch gehalten. Auch die Lieder erklingen in beiden Sprachen.

Als Festmahl gibt es Rentier-, Robben- und Walfleisch, aber auch geräucherten Lachs und Heilbutt. Und alle wünschen sich „Juullimi pilluarit”: Fröhliche Weihnachten!



Predigt:

Joh. 8,12: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

Es gibt in unserem Kosmos einen Kampf zwischen Licht und Finsternis. Dieser Kampf zwischen Licht und Finsternis zieht sich durch die ganze Geschichte der Welt hindurch.

Das begann bereits mit der Schöpfung. Finsternis lag auf der Urflut. Es herrschte „Tohuwabohu“, Chaos. Aber Gott sprach: „Es werde Licht!“ – „Und es wurde Licht.“ Die Welt wurde erschaffen. Im Rhythmus von Tag und Nacht entfaltete sich die Zeit, Tag um Tag, Jahr um Jahr.

Doch nachdem es in dieser Welt ganz hell geworden war, kehrte langsam wieder Finsternis ein. So wie im Winter in Grönland die lange Zeit der Polarnacht beginnt, entstand jetzt eine Weltnacht. Die Menschen wandten sich mehr und mehr von Gott ab und gingen ihre eigene Wege. Die Finsternis der Sünde breitete sich aus.

So beschreibt der Prophet Jesaja unsere Welt: „Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker“ (Jes. 60,2). Aber er kündigte auch zugleich das Ende der Gottesfinsternis und die Morgendämmerung einer neuen Zeit an:

„Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker, aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir“ (Jes. 60,2)

Dann kommt das „Licht der Welt“ zur Welt in Gestalt eines kleinen Kindes. Es wird Weihnachten. Jesus Christus wird in Bethlehem geboren. Später stellt er sich vor und lädt zur Nachfolge ein: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh. 8,12)

Doch Jesus sagt auch voraus, dass eine Zeit kommen wird, in der das Licht erneut weicht und die Dunkelheit über die Menschheit hereinbricht. In dieser Zeit werden immer mehr Menschen von Gott abfallen und ihre eignen Wege gehen. Gotteserkenntnis und Gottesfurcht weichen, die göttlichen Ordnungen werden außer Kraft gesetzt und auf den Kopf gestellt. Was unnormal war, wird normal. Die Menschen wollen Gott los werden und werden gottlos. Paulus beschreibt diese Zeit so: „Am Ende in den letzten Tagen werden schlimme Zeiten kommen. Die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch und hochmütig. Sie werden Gott lästern, ihren Eltern nicht gehorchen und vor nichts mehr Ehrfurcht haben. Sie sind undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, zuchtlos, wild. Sie hassen das Gute, sind untreu und unzuverlässig, aufgeblasen und voller Überheblichkeit. Ihr ganzes Interesse gilt dem Vergnügen, während Gott ihnen gleichgültig ist.

Von der Kraft, aus der echte Frömmigkeit lebt, wollen sie nichts wissen“ (2. Tim. 3,1-5). In dieser Zeit, kurz vor der Wiederkunft von Jesus Christus leben wir jetzt. Heute haben es die Christen schwer, wach und lebendig an Jesus und der Beziehung zu ihm dran zu bleiben.

Aber dann, wenn die Nacht am dunkelsten ist, wird der Morgenglanz einer neuen Zeit anbrechen. Es wird auf einmal taghell, wie ein Blitz mitten in der Nacht. Jesus kommt wieder mit großer Macht und Herrlichkeit. Wie ein Blitz in der Nacht leuchtet sein Kommen auf und leuchtet sein Kommen allen ein.

Aber das ist noch nicht alles. Am Ende werden Himmel und Erde sich miteinander verbinden. Der Himmel kommt auf die Erde. Es keine Finsternis und weder Tag noch Nacht geben. In der neuen Welt, im „himmlischen Jerusalem“. In der Stadt der Zukunft, wie sie Johannes in seiner Offenbarung beschreibt, braucht es keiner Lichtquelle mehr. Gott selbst ist das Licht. Seine Gegenwart macht alles hell.

Hinter diesem ganzen Kampf zwischen Licht und Finsternis bei dem sich am Ende das Licht durchsetzen wird, steht Jesus Christus, der sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh. 8,12)

Wir hörten etwas davon, wie in Grönland Weihnachten gefeiert wird. Der große Missionar in Grönland war der Norweger Hans Engede. Er wird in Grönland verehrt wie ein Nationalheld. Hans Egede reiste im Jahr 1721 in das Land und versuchte auf mühsame und Weise den Grönländern von Jesus, dem Licht der Welt zu erzählen.

Nach vielen Misserfolgen kam es nach einigen Jahren zum Durchbruch. Beim Weihnachtsfest erzählte Egede von Jesus dem Licht der Welt. Die Grönländer, die im Winter nur Finsternis kannten waren voller staunen. Einer rief: „Halt ein, ehrwürdiger Vater, das ist zu viel. So viel Licht können wir nicht ertragen!“ Es kam zu einer richtigen Erweckung. Egede erzählt selbst: „Ein jeder wollte mich in sein Zelt haben, und wo ich eintrat, versammelten sich die Übrigen vor der Tür, um zu hören, was ich ihnen von Gott und dem Himmelreich sagen konnte.“ Über hundert Grönländer begleiteten ihn von einem Ort zum andern und „freuten sich, wenn sie ihn von den göttlichen Dingen erzählen hörten; denn davon, sagten sie, hätten sie bisher nichts gehört noch gewusst“.

Jesus ist das Licht der Welt. Welche Auswirkungen hat das? Was passiert, wenn er in unser Leben hinein leuchtet?

1. Es entsteht Klarheit:

In der Nacht von Bethlehem ging auf einmal der Himmel auf. Die Klarheit des Herrn umleuchtete die Hirten. Auf einmal war alles klar. Die Hirten sahen ihr Leben in einem neuen Licht. Sie sahen, wer sie vor Gott waren. Sie sahen alles, die ganze Dunkelheit und Zwielichtigkeit ihres Lebens, ihre ganze Schuld. Das alles zu erkennen, ist erschreckend. Deshalb erschraken die Hirten zu Tode.

Da wo Jesus, das Licht hinkommt, erkennen wir, wer wir wirklich sind. Auf einmal ist alles klar. Es ist so wichtig, dass wir sein Licht in unser Leben lassen, das Licht seines Geistes, das Licht seiner Worte.

Aber die Hirten von Bethlehem wurden nicht nur durch das überirdische Licht in den Lichtpegel der Wahrheit gestellt. Ihnen wurde auch gezeigt, wie durch das Licht der Welt ihr Leben neu geordnet werden konnte und wie Neues wachsen konnte: „Euch ist heute die Heiland geboren, der Ganzmacher, der Neumacher, der Befreier und der Erlöser.“

Wie ein Polarlicht, das in der Polarnacht aufleuchtet, war es für die Grönländer, als sie nach und nach erkannten, wer Jesus, das Licht der Welt für sie war.

Als der Grönland-Missionar Hans Egede die Bibel in die Eskimosprache übersetzen wollte, da suchte und suchte er einen Ausdruck für "Erlöser". Eines Tages erzählte ihm ein Grönländer, er sei auf dem eisigen Meer mit seinem Kajak gekentert und habe sich nicht mehr helfen können. Da sei ein anderer zu ihm hergefahren und habe ihn gerettet. Egede fragte: "Und wie heißt ihr einen Mann, der so was tut?" Der Eskimo nannte ihm das grönländische Wort. Mit diesem Wort konnten die Grönländer verstehen, warum warum Jesus aus dem Himmel als Erlöser zu den verlorenen Menschen gekommen war.

Durch Jesus, das Licht der Welt entsteht Klarheit.

2. Es entsteht Orientierung

Die Astrologen aus dem fernen Persien sahen eine besondere Planetenkonstellation, die sie darauf brachte, dass ein König geboren worden war, der der ganze Welt Frieden und Heil bringen würde. Sie folgten der Botschaft dieser Planetenkonstellation, dem sogenannten „Stern von Bethlehem“. Der Stern von Bethlehem gab den weitgereisten Astrologen Orientierung, er wies ihnen den Weg.

Interessant ist, dass die Weisen nicht nur auf dem Weg zu Jesus hin, sondern auch auf dem Rückweg geführt wurden. Durch einen Traum wurde ihnen gesagt, dass sie einen anderen Weg nach Hause, nicht den Weg über Jerusalem, einschlagen sollten. Sie ließen sich jetzt durch Jesus, das Licht der Welt, den sie gesucht hatten führen. Er wurde der Leitstern ihres Lebens.

Der Polarstern ist seit von jeher auch ein Stern, der Orientierung gibt und zeigen kann, wo Norden ist.

Jesus, das Licht der Welt gibt uns Orientierung. Jesus spricht von der Nachfolge. Er sagt: „Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Jesus geht voran. Ich darf ihm folgen. Wichtig ist dabei, dass es heißt: „Jesu geh voran auf der Lebensbahn… und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen“ und nicht: „Ich geh voran auf der Lebensbahn… Jesu, du wollest nicht verweilen, mir getreulich nachzueilen.“ Die Botschaft: Jesus begleitet dich auf deinem Weg ist falsch. Sie muss heißen: Jesus begleitet dich auf seinem Weg. Jesus gibt uns nicht ein Jesuslicht in die Hand, mit dem wir dann unseren Weg finden können. Er ist das Licht und wir haben nur Licht und finden nur dann den Weg, wenn wir uns an ihm und an seinem Weg orientieren.

Durch Jesus, das Licht der Welt entsteht Klarheit.
Durch Jesus, das Licht der Welt entsteht Orientierung.

3. Es entsteht Transparenz

Da ist der alte Simon. Er hat sein ganzes Leben lang auf das Licht der Welt gewartet. Er wartete am richtigen Ort. Er wartete im Tempel. Und er kam zur rechten Zeit. Es war die Zeit, als die Eltern von Jesus das Kind in den Tempel brachten, um für den Erstgeborenen ein Opfer zu bringen.

Der alte Simeon nahm das Kind auf seine Arme und preist das Licht der Welt. „Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, den du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel“ (Lk. 2,29ff).

Ich stelle mir vor, wie das Gesicht des Simeon jetzt leuchtet. Er trägt Jesus das Licht der Welt und jetzt wird er selbst zum Licht. Es geschieht, was Jesus dann später so beschreibt: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein“ (Mt. 5,14).

Wenn wir Jesus aufgenommen haben, lebt das Licht in uns. Wir selbst werden ein Licht. Das was wir sind, das was wir sagen und tun, alles macht Jesus transparent. Durch uns begegnet den Menschen Jesus, das Licht der Welt.

Stellen Sie sich eine Laterne mit Glasscheiben und einer Kerze vor. Die Laterne leuchtet nicht von selbst. Aber sie leuchtet, wenn die Kerze in ihr brennt. Die Kerze leuchtet aus ihr heraus.

Wir haben den Auftrag, dafür zu sorgen, dass Jesus das Licht durch uns leuchten kann. Wir haben den Auftrag, durch das, was wir sind, was wir sagen und was wir tun, Jesus aufleuchten zu lassen.

Damit das geschehen kann, müssen vielleicht einmal wieder die verrusten Glasscheiben geputzt werden. Damit dies geschehen kann, muss vielleicht der glimmende Docht in uns wieder neu entfacht werden. Damit dies geschehen kann, muss das Licht vor allem zu den Leuten. Es darf nicht unter den Scheffel gestellt werden. Die anderen brauchen unsere Worte, die auf Jesus hinweisen. Sie brauchen unsere guten Taten, die ihnen zeigen, dass das Licht der Welt in uns lebt.

Der Durchbruch in der Grönlandmission kam vor allem dann, als Hans Egede in einer ganz schwierigen Zeit Jesus, sein Licht leuchten ließ. 1733 wüteten die Blattern, von Dänemark mit dem Schiff „importiert“. Egede nahm in dieser Zeit viele Kranke in sein Haus auf. Er selbst, seine Frau und Kinder, pflegten sie und ekelten sich nicht vor den Ausschlägen und Wunden dieser schrecklichen Krankheit. Den ganzen Winter hindurch hatte er keine Ruhe Tag und Nacht; manchmal, wenn einer der Kranken in der Nacht starb, musste er selbst aufstehen und den Toten in die Vorstube tragen, bis er am Morgen von den Leuten weggetragen und beerdigt werden konnte. Das alles hat die Leute tief beeindruckt.

Durch Jesus, das Licht der Welt entsteht Klarheit.
Durch Jesus, das Licht der Welt entsteht Orientierung.
Durch Jesus, das Licht der Welt entsteht Transparenz.

Jesus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Amen
 

  Author: Wanner, Michael eingegeben am: 03.01.2014 11:10 Uhr
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