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    Prediger: Pfr. M. Wanner
 

  Auslegung zu Jos. 1,1-9 vom 31.12.2013
  Ich lese Josua 1,1-9:
1 Nachdem Mose, der Knecht des HERRN, gestorben war, sprach der HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener:
2 Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gegeben habe.
3 Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose zugesagt habe.
4 Von der Wüste bis zum Libanon und von dem großen Strom Euphrat bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang, das ganze Land der Hetiter, soll euer Gebiet sein.
5 Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen.
6 Sei getrost und unverzagt; denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will, wie ich ihren Vätern geschworen habe.
7 Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst.
8 Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen und du wirst es recht ausrichten.
9 Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.
 

  „Mehr als gute Wünsche“ – Getrost und unverzagt ins neue Jahr (Altjahrabend)
  Liebe Gemeinde,

Bald ist es wieder so weit: Dann sind sie zu wieder zu hören: Die lauten Böllerschläge um Mitternacht, die etwas hilflos wirkenden Kirchenglocken, die das neue Jahr begrüßen und die knallende Sektkorken, die durchs Zimmer fliegen.

Bald ist es wieder so weit: Dann sind sie zu wieder zu hören: Die vielen guten Wünsche zum neuen Jahr: „Ein gutes neues Jahr!“ „Ein gesundes neues Jahr!“ „Viel Erfolg im neuen Jahr!“ „Viel Glück und viel Segen im neuen Jahr!“ Oder einfach: „Einen guten Rutsch!“

Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Jahr. Wie ein weites unbekanntes und unberührtes Land liegen die 365 Tage des Jahres 2014 vor uns. Neue Chancen tun sich auf, aber auch große Ungewissheit macht sich breit: Was wird das neue Jahr alles mit sich bringen? Es sind gutgemeinte Wünsche, die wir in dieser Situation aussprechen. Aber ob sie in Erfüllung gehen? Ob eintrifft, was wir einander für’s neue Jahr wünschen, das weiß niemand genau.

Der biblische Bericht, dem wir heute Abend folgen, nimmt uns mitten hinein in eine ganz ähnliche Situation. Josua steht mit den vielen Menschen seines Volkes ebenfalls an der Schwelle zu einem neuen Zeitabschnitt. Vierzig Jahre zuvor hatte Mose das Volk Israel aus der Sklaverei Ägyptens in die Freiheit geführt. Schon damals hatte Gott seinem Volk ein eigenes Land versprochen, in dem sie in Frieden und Wohlstand leben würden. Ein „Land in dem Milch und Honig fließt“. Jetzt sind sie da. Die Zeit der Wüstenwanderung ist vorbei. Sie stehen am Grenzfluß Jordan. Das versprochene Land liegt vor ihren Augen. Sie müssen dieses Land nur noch in Besitz nehmen.

Ich lese Josua 1,1-9:
1 Nachdem Mose, der Knecht des HERRN, gestorben war, sprach der HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener:
2 Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gegeben habe.
3 Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose zugesagt habe.
4 Von der Wüste bis zum Libanon und von dem großen Strom Euphrat bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang, das ganze Land der Hetiter, soll euer Gebiet sein.
5 Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen.
6 Sei getrost und unverzagt; denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will, wie ich ihren Vätern geschworen habe.
7 Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst.
8 Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen und du wirst es recht ausrichten.
9 Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.

Für Josua und das Volk Israel ist es jetzt ganz ähnlich wie bei uns am Altjahrabend. Neue Chancen tun sich auf, aber auch große Ungewissheit macht sich breit: „Was wird das neue Land alles mit sich bringen? Wird es Josua, dem Nachfolger Moses gelingen, die vielen Menschen zu leiten und sie in das neue Land zu führen? Wird der Gott, der das Volk aus Ägypten heraus und durch die Wüste hindurchgeführt hatte, auch in dem neuen fremden Land noch derselbe Gott sein?“

Ganz sicher haben sich die Leute an der Schwelle zum neuen Land auch manches gewünscht. Ähnlich wie wir das auf der Schwelle zum neuen Jahr tun werden.

Drei dieser guten Wünsche werden uns überliefert. Es sind Wünsche an Josua, der die schwierige Aufgabe hatte, das Volk in das verheißene Land zu führen. Sie heißen:
„Ich wünsche dir, dass du wieder Land siehst.“
„Ich wünsche dir, dass dir deine Wege gelingen.“
„Ich wünsche dir, dass der Herr mit dir ist.“
Und immer beginnen diese Wünsche mit dem selben Zuspruch: „Sei getrost und unverzagt!“

Aber es ist kein Mensch, der Josua diese guten Wünsche weitergibt. Es ist Gott selbst. Und weil es Gott selbst ist, der Josua das alles wünscht, sind es mehr als gute Wünsche, die Josua empfängt.

Der erste Wunsch:
Ich wünsche dir, dass du wieder Land siehst

„Sei getrost und unverzagt, denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will, wie ich ihren Vätern geschworen habe.“

Vierzig Jahre irrte das Volk Israel in der Wüste umher. „Wüste“, das heißt: Trostlosigkeit und Ungewissheit. Wüste, das heißt Ziellosigkeit: „Wann werden wir Brot statt Steine sehen, Wasser statt Staub und Schatten statt Hitze? Wo ist ein Weg? Wo geht es hin? Wann hat das alles endlich ein Ende? Ich weiß nicht, wie der Weg aussah, der jetzt hinter Ihnen liegt. War dieses Jahr eine Verschnaufpause in einer schönen Oase oder glich es eher einer ermüdenden Wüstenwanderung? Haben Sie die Wüste der Krankheit gesehen, die Wüste der Todes, die Wüste der Einsamkeit, die Wüste der Orientierungslosigkeit oder die Wüste der Zweifel und der Verzweiflung? Jede Oase entpuppte sich dann als Fatamorgana und jeder Weg nach vorn als ein Lauf im Kreis. Gehen Sie voller Zuversicht in das neue Jahr hinein oder blicken sie voller Sorge auf das Jahr 2014?

Nun steht Josua an der Schwelle zu einem ganz neuen Lebensabschnitt. Und da hört er Gott zuerst einmal sagen:
„So mach dich nun auf und zieh über den Jordan.“ Josua soll alle Bedenken in den Wind schlagen. Gott reißt Josua aus aller Lähmung und Resignation heraus: „So mach dich nun auf! Zögere nicht länger, geh über die Schwelle, zieh über den Jordan.“ Gott möchte, dass es weiter geht, dass es zum Fort-schritt, zum Weitergehen kommt.

Aber warum kann Gott das sagen? Warum kann Gott Josua zu diesem Schritt ermutigen, heraus aus der Wüste der Resignation, hinein in das Land der Hoffnung? Gott sagt: „Zieh in das Land, das ich den Israeliten gegeben habe.“ Hören Sie: Gott redet in der Vergangenheit. Er sagt: “Ich habe euch das Land gegeben.“ Dieses Land ist euer Land. Dieses Land gehört euch schon. Es gehört euch schon, obwohl noch Feinde darin wohnen. Es ist schon euer Besitz, obwohl noch keiner von euch seinen Fuß in dieses Land gesetzt hat.

Und noch mehr. Gott sagt nun: „Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose zugesagt habe.“

Gott ist vorausgegangen. Er war schon da. Er hat alles vorbereitet. Das Volk trifft vorbereitete Verhältnisse an.
Stellen Sie sich vor: Sie gehen morgen für einige Tag zum Skifahren. Sie haben von Bekannten ein Ferienhaus in Österreich gemietet. Sie erhalten eine genaue Wegbeschreibung, wie sie das Haus erreichen. Sie kommen hin und alles ist vorbereitet. Der Schlüssel steckt, die Betten sind schon überzogen, im offenen Kamin brennt Feuer, Blumen stehen auf dem Tisch und der Kühlschrank ist mit Getränken und mit Nahrungsmitteln gefüllt.

Genauso hat es Josua erlebt. Bei jedem Schritt in das verheißene Land konnte er feststellen: Gott war schon da. Er hat alles vorbereitet. Die Kundschafter des Volkes kamen in geheimer Mission nach Jericho. Sie stellten fest: Eine Frau namens Rahab war von Gott schon vorbereitet worden. Die Spione konnten sich bei ihr verstecken und von ihrem Haus aus über die Stadtmauer hinweg die Stadt wieder heimlich verlassen. Dann musste die Grenzstadt Jericho eingenommen werden. Und wieder war von Gott schon längst alles vorbereitet. Gott sagte Josua genau, wie alles kommen wird: „Zieht um die Stadt herum, sieben Tage lang. Am siebten Tag zieht ihr noch einmal siebenmal herum. Dann wird die Stadt fallen.“ Und genau so kam es. Jericho fiel kampflos an die Israeliten.

Wenn es von dem Jahr 2014 wie bei einem neuen Film, der ins Kino kommt, bereits heute eine Vorschau gäbe, dann könnte jeder von uns schon den Trailer des nächsten Jahres sehen. Ganz verschiedene Szenen: Gemütliche Stunden im Kreis der Freunde, wichtige Gespräche oder unterwegs bei einer ausgedehnten Strandwanderung am Meer. Eine Szene im Gottesdienst, wo du tief angesprochen wirst von Gott. Vielleicht aber auch eine Szene, wo du an einem offenen Grab stehst. Eine andere, wo du fassungslos einen Brief in der Hand hältst. Die Tränen laufen und du schreist zu Gott um Hilfe.

Aber bei allen Szenen wird mit großen Buchstaben ein Schriftzug eingeblendet: „Er war schon da, alles ist vorbereitet. Du wirst gestärkt, du wirst ermutigt, du wirst getröstet, dir wird geholfen, es tun sich immer wieder neue Türen auf.“

Zu Josua hat Gott gesagt: „Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang.“ Und das gilt auch für dich. Das gilt auch für dich im nächsten Jahr. Paulus drückt das ganz ähnlich aus. Er sagt: „Ist Gott für uns, wer kann dann gegen uns sein“ (Rö. 8,31)? Ist das nicht eine wunderbare Perspektive für das neue Jahr. Da kann man wirklich nur sagen: „Sei getrost und unverzagt.“

Der erste Wunsch:
Ich wünsche dir, dass du wieder Land siehst

Der zweite Wunsch:
Ich wünsche dir, dass dir deine Wege gelingen

„Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten, noch zur Linken, damit du es recht ausrichten kannst, wohn du auch gehst.“

Gott hat den Weg des Volkes schon vorbereitet. Aber trotzdem musste Josua jetzt mit seinen Leuten das Land einnehmen. Stadt um Stadt, Berg für Berg und Tal für Tal. Mutige Schritte im Gehorsam gegenüber den Zusagen Gottes blieben dem Volk nicht erspart. Auch schwere Kämpfe und harte Auseinandersetzungen gehörten dazu.

Auch wenn Gott alle Wege geebnet hat und es uns gelingen lässt, müssen wir diese Wege auch tatsächlich gehen. Wir müssen die Chancen sehen, die sich eröffnen und die Möglichkeiten nutzen, die sich ergeben.

Bei der Einnahme des Landes musste das Volk einige wichtige Lektionen lernen. Es musste zum Beispiel lernen: Gott gibt niemals zu den eigenen Wegen der Menschen Gelingen. Er segnet es nicht, wenn wir unsere eigenen Wege gehen. Er segnet es nur, wenn wir seine Wege gehen und wenn wir seine Wege zu unseren Wegen machen. Dabei sind Gottes Wege immer an Gottes Wort gebunden. Aus der Bibel erfahren wir, was Gott will und was er nicht will. Wir erfahren dort, was Gott verheißt und auch was er nicht verheißt.

Daher sagt Gott zu Josua: „Lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen und du wirst es recht ausrichten.“

Das ist ein ganzes Programm für das neue Jahr. Ich muss doch genau wissen, was Gott will. Ich muss doch genau wissen, was er verheißt. Ein Kalenderzettelchen oder ein Losungshäppchen am Tag gibt mir doch keine Orientierung für die tausend Fragen meines Lebens. Wer sich mit diesem biblischen Minimalprogramm begnügt, gleicht einem Wanderer, der den Weg durch die Dunkelheit mit dem Licht eines Streichholzes erkennen will.

Die Empfehlung Gottes an Josua ernst zu nehmen, wäre ein guter Vorsatz für das neue Jahr: Ich will daher tun, was Gott zu Josua und mir sagt. Ich will jeden Tag eine feste Zeit für das Bibellesen und das Gebet reservieren. Ich will ständig über die Worte Gottes nachdenken. Ich nehme mir vor, keinen Millimeter von dem, was schwarz auf weiß geschrieben steht, nach rechts oder links abzuweichen. Was ich sage und tue, werde ich auf dem Hintergrund von dem sagen und tun, was mir Gott aus seinem Wort deutlich gemacht hat.

Zwei grundsätzliche Fehler, die durch Josua und sein Volk gemacht wurden, fallen mir an dieser Stelle auf.

Der eine Fehler: Das Volk Israel ging eigene Wege, die Gott nicht vorgesehen hatte.

Nach der Grenzstadt Jericho musste die Festung Ai eingenommen werden. Seltsamerweise gelang es trotz größter Anstrengung nicht, die Stadt zu erobern. Es war zum Verzweifeln. Josua machte sich viele Gedanken. Er bat Gott um Klarheit. Und Gott zeigte ihm, dass unter den Israeliten einer war, der trotz der klaren Anweisungen Gottes einen Teil der Kriegsbeute für sich selbst zurückbehalten hatte. Achan hatte durch seine eigenen Ungehorsam das ganze Vorhaben Ai und den Weiterweg der Gemeinde blockiert. Erst als die Sache wieder in Ordnung gebracht wurde, konnten die Israeliten auch die Stadt einnehmen.

Gott nimmt es offensichtlich sehr genau. Der heutige Abend bietet die Möglichkeit, einmal eine Jahresbilanz zu eröffnen. Wenn Sie noch einmal das vergangene Jahr revue passieren lassen, überlegen Sie doch einmal, wo sie eigene Wege gegangen sind, die Gott nicht segnen konnte. Und dann kehren Sie um und schlagen Sie einen neuen Weg ein. Es geht dabei ja nicht nur um ihr eigenes Leben, sondern auch um das Leben ihrer Familie und sogar um das Leben unserer Gemeinde.

Der andere Fehler: Das Volk Israel ging Wege nicht, auf denen eine Verheißung lag.

Die Landverheißungen Gottes hat Israel nie ganz ausgeschöpft. Nicht einmal unter dem König Salomo gingen die Grenzen Israels bis zum Strom Euphrat, also über das heutige Syrien hinweg bis zum Irak. Vielfach ließ sich das Volk einschüchtern und bekam Angst. Zum alten Josua sagte Gott: „Du bist alt geworden und hochbetagt, und vom Lande bleibt noch sehr viel einzunehmen“ (Jos. 13,1).

Weil die Israeliten an diesem Punkt ungehorsam waren, blieben die fremden Völker im Land wohnen und machte ihnen bis in die Zeit der Könige hinein viele Schwierigkeiten. Aber immer dort, wo Israel nach den Verheißungen Gottes lebte und die Wege Gottes ging, stand am Ende die Erfahrung: „Es war nichts dahingefallen von all dem guten Wort, das der Herr dem Hause Israel verkündigt hatte. Es war alles gekommen“ (Jos. 21,45).

Gott hat uns in der Bibel so viele Verheißungen gegeben, die er gerne einlösen möchte. Damals wurden den Stämmen Israels ganz bestimmte Gebiete zum Wohnen zugeteilt. In gleicher Weise will Gott auch jedem von uns im Rahmen seiner Verheißungen Land austeilen: Du darfst das Land neuer Erfahrungen mit Gott einnehmen. Du kannst im Jahr 2014 neue Schritte im Glauben machen. Im Gebet kannst du Menschen unterstützen und feindliche Mächte von ihnen abwenden. Gott gibt dir vielleicht die Möglichkeit, an deinem Arbeitsplatz mehr Einfluss zu gewinnen. Du trägst zu einem Teil mit dafür Verantwortung, ob unsere Gemeinde vorankommt oder nicht. Du darfst mithelfen, dass Menschen den Weg finden aus der Gebundenheit in die Freiheit eines Lebens mit Jesus.

Der heutige Abend bietet die Möglichkeit, das Land abzustecken, das Gott dir geben will. Bitte ihn darum, dass er dir zeigt, welches Land er dir geben will, dass du es einnehmen kannst.

Meine Wege werden gelingen, wenn ich mich an Gottes Wort halte. Ist das nicht eine wunderbare Sicherheit für das neue Jahr. Da kann man wirklich nur sagen: „Sei nur getrost und ganz unverzagt.“

Der erste Wunsch:
Ich wünsche dir, dass du wieder Land siehst
Der zweite Wunsch:
Ich wünsche dir, dass dir deine Wege gelingen

Der dritte Wunsch:
Ich wünsche dir, dass der Herr mit dir ist

„Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht, denn der Herr ist mit dir in allem, was du tust.“

Am Tag vor dem entscheidenden Ereignis der Einnahme der Grenzstadt Jericho verließ Josua das Lager der Israeliten. Er betete und machte sich viele Gedanken über die Zukunft. Auf einmal begegnete er einem Fremden, der ein Schwert in seiner Hand hielt. Es stellte sich heraus, dass Josua einem Engel gegenüberstand. Dieser stellte sich als Fürst über das Heer des Herrn vor. Von diesem Augenblick wusste Josua, dass er nicht allein war, sondern dass der Herr ihn mit seinem himmlischen Heer begleitete.

Wir haben nicht nur die Zusage eines Engelfürsten, dass er uns begleitet, sondern die Zusage von Jesus selbst, der sagt: „Siehe ich bin bei euch alle Tage“ (Mt. 28,20). Jesus ist nicht nur der, alle Situationen des neuen Jahres schon jetzt kennt und vorbereitet hat. Er ist auch der, der voran geht und mir den Weg zeigt, den ich gehen soll.

Aber noch mehr. Er ist nicht nur der, der vorangeht, sondern auch der, der neben mir steht, ja in mir lebt. Er ist mit mir in allem, was ich tue.

Der Prophet Jesaja sagt von den Menschen ohne Gott: „Einer will dem andern helfen und spricht zu seinem Nächsten: Steh fest“ (Jes. 41,6)! Aber gegenseitig können sie sich doch nicht helfen, weil keiner von beiden einen festen Halt hat. Nur mit Worten versuchen sie sich zu halten.

Anders beim Herrn. Er ist ein Fels. Er ist die Grundlage, die fest steht, wenn alles wankt. Er ist der Fels, an dem ich mich aufrichten und festhalten kann. Er ist der Fels, hinter dem ich Zuflucht finden kann.

Der Herr wird immer bei mir sein. Ist das nicht ein wunderbarer Gewissheit für das neue Jahr. Da kann man wirklich nur sagen: „Ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott ist mit dir in allem, was du tun wirst.“

Drei Wünsche zum neuen Jahr werden uns weitergegeben:
Ich wünsche dir, dass du wieder Land siehst.
Ich wünsche dir, dass dir deine Wege gelingen
Ich wünsche dir, dass der Herr mit dir ist.

Aber es sind viel mehr, als gute Wünsche für den, der den Herrn kennt, der so wünscht.

In dreifacher Steigerung spricht Gott eindringlich zu dir: „Sei getrost und unverzagt.“ „Sei nur getrost und ganz unverzagt.“ Und dann wird dir sogar befohlen: „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist.“

Kann man das befehlen und gebieten? Ich meine ja, weil alle Furcht und Angst grundlos geworden ist durch ihn, der mir Grund unter die Füße gibt, der mir den Weg zeigt, den ich gehen kann und der mich mit seiner Nähe beglückt.

„Nimm ein, nimm ein das gute Land, das Gott dir gibt.“ Amen
 

  Author: Wanner, Michael eingegeben am: 04.01.2014 09:16 Uhr
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